Wir setzen uns ein für die

Beendigung
der israelischen Besatzung

ZIELSETZUNG

Wir wollen die verantwortlichen Politiker in Deutschland
darin bestärken, eine dezidierte Rolle für die Beendigung von Israels Besetzung der palästinensischen Gebiete zu übernehmen:
des Westjordanlandes, des abgeriegelten Gaza-Streifens und
des annektierten Ost-Jerusalems.
Dies soll geschehen durch:

 

- Öffentlichkeitsarbeit

 

- Organisierung von Kampagnen zur Unterstützung der israelischen Friedenskräfte und des palästinensischen gewaltfreien Widerstands

 

- Beratung von
Personen des öffentlichen Lebens

- Einwirken auf verantwortliche Politiker

 

Insbesondere geht es darum, von den verantwortlichen Politikern zu fordern, alle Maßnahmen zu prüfen und umzusetzen, die auf der Grundlage des Völkerrechts zulässig, angemessen und zielführend sind, und offen und mutig alle Schritte auf diesem Wege zu gehen.

HINTERGRUND

Die seit 1967 anhaltende israelische Besetzung Ost-Jerusalems und der palästinensischen Gebiete auf der Westbank, insbesondere die mit ihr einher gehen­den israelischen Siedlungsaktivitäten und die tägliche Verletzung der Menschenrechte der Palästinenser, sowie die hermetische Abriegelung des Gazastreifens blockieren alle Bemühungen um ein friedliches Zusammen­leben zwischen Israelis und Palästinensern. Auch wird die im isra­e­lischen Staat lebende palästinensische Minderheit institutionell und gesetzlich weiterhin
und mit den Jahren zunehmend diskriminiert.

Mit Blick auf die Gewalttaten einzelner palästinensischer Jugendlicher gegen jüdische Israelis seit 2015 hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon im Januar 2016 zutreffend festgestellt:
"Es liegt in der Natur des Menschen, auf die Besatzung zu reagieren, die oft als mächtiger Brutkasten des Hasses und des Extremismus dient." Solange die Besatzung der Westbank mit den Übergriffen israelischer Soldaten und die in jeder Hinsicht katastrophale Blockade Gazas anhält, – mit immer schlimmeren Auswirkungen namentlich auf die palästinensische Jugend – wird es keinen politischen Ausgleich
zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern geben.

Seit 1967 hat die internationale Gemeinschaft eine Zwei-Staaten-Lösung als alleinige Per­spektive für die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts verfolgt. Seit dem Scheitern des Oslo-Prozesses setzen sich
die israelische Siedlungspolitik und die repressiven Maßnahmen gegen das palästinensische Volk ohne Perspektive auf politischen Ausgleich fort und bilden das mit Abstand gravierendste Hindernis für
eine Konfliktlösung.

Um die Siedlungen zu schützen und auszubauen, hat das israelische Militär in der Westbank ein Apartheid-System durchgesetzt. Dieses System wird durch Handlungen der rechtsgerich­teten Regierungen gegen die unter Besatzung lebende palästinensische Bevölkerung immer unerträglicher: Enteignungen, Tötungen ohne Urteil, Verhaftungen ohne Anklage, Verhaftung von Kindern, Folterungen Inhaftierter, Hauszerstörungen, Behinderung der Bewegungsfreiheit, Zerstörung der Infrastruktur, Rodungen von Olivenhainen, Zuschütten von Quellen, Demonstrations­verbote, Einschüchterungen durch militärische Gewalt, Fortsetzung der Errichtung der Sperranlage, Ausbeutung von Bodenschätzen – insbesondere der Wasservorkommen.

perspektiven

Skeptiker sagen, dass es bereits jetzt für eine Zwei-Staaten-Lösung buchstäblich keinen Raum mehr gebe. Wenn nicht jetzt die Weichen neu gestellt werden, wird der Konflikt in eine ausweglose Konfrontation führen. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen um den Tempelberg lassen erkennen, dass religiöser Extremismus auf beiden Seiten zusätzlich den Konflikt verschärfen wird.

Die unmittelbar betroffenen Konfliktparteien, Israelis und Palästinenser, sind offenbar nicht mehr in der Lage, von selbst erfolgreiche Schritte in Richtung auf eine Lösung zu unternehmen.

Die israelischen Friedenskräfte sind marginalisiert, jede Form von palästinensischem zivilem Widerstand wird unterdrückt. Nur Druck von außen kann die Konfliktparteien bewegen, zu einer Einigung auf der Grundlage der Beschlüsse und Resolutionen der Vereinten Nationen zu kommen.  Dieser Druck muss vor allem auf den Staat Israel als den eindeutig überlegenen Akteur ausgeübt werden, dessen Regierung sich anhaltend weigert, den durch das Völker­recht und die Menschenrechte vorgegebenen Handlungsrahmen zu respektieren.

Als erste Schritte müssen ein umgehender Stopp der Siedlungsaktivitäten, eine sofortige Aufhebung der Belagerung des Gazastreifens und ein verbindlicher Fahrplan zur Beendigung der Besatzung durchgesetzt werden.

DIE ROLLE DEUTSCHLANDS

Deutschland ist in vielerlei Hinsicht in der Pflicht, wenn es um eine Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts geht. Deutschland ist Verbündeter der USA und wichtiges Mitglied der Europäischen Union, die beide wesentliche militärische, wirtschaftliche und politische Partner Israels sind. Die deutsche Politik kann den Konflikt im Alleingang nicht lösen. Aber der Beitrag Deutschlands zu einer Lösung ist in der Vergangenheit hinter dem Gewicht zurückgeblieben, das sich Deutschland an anderen Stellen in der internationalen
Politik zu Recht beimisst.

Ein Grund für dieses Defizit ist die Behauptung, dass sich Deutschland aufgrund seiner Vergangenheit zurückhalten müsse, die Politik Israels zu kritisieren oder gar Israels Regierung Ratschläge zu erteilen.
Jedoch kann es aus der langen Geschichte der Diskriminierung der Juden im christlichen Europa nicht die richtige Lehre sein, die Augen vor aktuellem Unrecht zu verschließen. Eine solche Einstellung entspricht weder dem Völkerrecht noch den Menschenrechten; sie entspricht auch nicht den Notwendigkeiten für die Lösung des Konflikts, die dauerhafte Sicherheit Israels und das friedliche Zusammenleben Israels mit seinen Nachbarn; und sie entspricht nicht den Interessen Deutschlands im Nahen Osten und in der internationalen Politik.

Schließlich steht diese Einstellung auch nicht im Einklang mit der Einstellung einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland. In ihr hat sich ein grundlegender Wandel der Empathie vollzogen. Die Fortsetzung der Besatzung, die anhaltenden Verstöße gegen das Völkerrecht, namentlich die Siedlungspolitik, sowie die Ablehnung aller internati­o­nalen Bemühungen, den Konflikt zu beenden, haben zur Abkehr von den Sympathien geführt, die Israel einmal in der deutschen Bevölkerung hatte. Demgegenüber sind die Leiden der palästinensischen Bevölkerung und das ihr Unrecht, das ihr täglich zugefügt wird, in den Vordergrund der Aufmerksamkeit zahlreicher Bürgerinnen und Bürger in Deutschland getre­ten.

Auch im politischen Raum werden Kritik, Frustration und Besorgnisse geteilt. So ist ein "doubletalk" zahlreicher Angehöriger der politischen Klasse und in Teilen der Medien fest­zu­stellen: Während hinter vorgehaltener Hand offen gesprochen wird, wird in der Öffent­lich­keit behauptet, Kritik an Israel speise sich aus Antisemitismus. Dieser Tatbestand lähmt die deutsche Politik und vertieft die Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung. Außerdem vermengt es die am Men­schen- und Völkerrecht orientierte Kritik an Israel mit menschen­rechts­feindlicher Diskriminierung von Juden.
Diese Lähmung deutscher Politik vermindert das Gewicht europäischer und internationaler Initiativen, die in letzter Zeit für
die Stärkung der politischen Position der palästinensischen Selbstverwaltung unternommen wurden und das Ziel hatten, den israelischen Regierungen zu einer Aufgabe seiner Politik der Blockade von Friedensbemühungen zu bewegen.

unsere initiative

Das "Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung" (BIB)
zielt darauf, dass

 

- die deutsche Politik nicht mehr mit zweierlei Maß misst,
wenn es um die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete
sowie die Blockade von Gaza geht

 

- die deutsche Politik sich bei Fragen der Anwendung von Menschenrechten in Israel und den besetzten Gebieten an
internationale Standards hält und – auch und gerade als verpflichteter Freund Israels – von Israel Entsprechendes verlangt

 

- Politik und Medien deutlich machen, dass jede Kritik und jede Maßnahme zum Ziel hat, eine friedliche und gerechte Lösung für Israelis und Palästinenser zu schaffen.

 

Damit wird auch die Europäische Union unterstützt, die politischen und wirtschaftlichen Potentiale mit Blick auf den Friedensprozess auszuspielen, über die sie gegenüber den Akteuren verfügt.

GRÜNDUNGSMITGLIEDER

Prof. Dr. Rolf Verleger

| Vorsitzender |

geb. 1951 in Ravensburg als Sohn zweier Überlebender der Judenvernichtung,
religiös aufgewachsen; ab 1969 Abwendung von der Tradition, ab 1980 Wiederannäherung, ab 1995 aktiv in der Gründung der Jüdischen Gemeinde Lübeck, Vorstandsmitglied und Landesverbandsvorsitzender, 2005-2009 Delegierter Schleswig-Holsteins im Zentralrat der Juden in Deutschland, 2009-2010 Vorsitzender der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost"
Psychologe, apl. Professor in Lübeck seit 1998, Arbeitsschwerpunkte Kognitive
Neurowissenschaften und Klinische Neuropsychologie.

Buch "Israels Irrweg. Eine Jüdische Sicht" (Köln: Papyrossa 2007, 2009, 2010).
Vorwort zum Buch von Wilhelm Kempf "Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee - Eine Spurensuche" (Berlin: irena regener 2015)


Offener Brief an die Vorsitzende des Zentralrats (2006)
 Gasa, der böse, böse Nachbar (2009)

  Weltkrieg um Palästina: Von Lord Balfour bis John Kerry (2013)

Porträt in der TAZ

Dr. Martin Breidert

| Schriftführer |

geb. 1946 in Erzhausen, evangelischer Pfarrer in Hessen-Nassau, Ghana, Rheinland,
von 1995 - 2004 Dozent für Systematische Theologie (Sozialethik) an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal mit Schwerpunkt Menschenrechte. Nach einem studentischen Aufenthalt in einem Kibbuz (1969) unternahm er 2012 und 2014 Studienreisen in die von Israel besetzte Westbank.

Er tritt für die Durchsetzung der Menschenrechte und für die Einhaltung des Völkerrechts
in Israel und in den Besetzten Palästinensischen Gebieten ein.

Er ist Vizepräsident der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, arbeitet in der BDS-Gruppe Bonn mit und ist Mitglied im Kairos-Palästina-Solidaritätsnetz, das sich für eine Verbreitung
der Kairos-Erklärung Palästinensischer Christinnen und Christen (2009) in den Kirchen einsetzt.

Offener Brief an Außenminister Frank-Walter Steinmeier vom 22.5.2015

 

Dr. Yazid Shammout

| Schatzmeister |


geb. 1960 in Beirut, Libanon, als Sohn eines bekannten palästinensischen Kunstmalerehepaares; aufgrund des libanesischen Bürgerkrieges kommt er 1976 nach Deutschland, wo er nach dem Abitur Geschichtswissenschaften studiert und in Wirtschaftsgeschichte promoviert. Nach mehrjähriger Tätigkeit für eine Investmentfirma in Kuwait siedelt er wieder nach Deutschland über und gründet 1997 die DANA Senioreneinrichtungen GmbH, deren Geschäftsführer
und Mitgesellschafter er ist.

1999 engagiert sich Dr. Shammout erstmals ehrenamtlich in der Palästinensischen Gemeinde in Hannover. Seit 2004 ist er deren Vorsitzender; 2010 nimmt er den Dialog mit der Jüdischen Gemeinde in Niedersachsen auf, der bis heute anhält. Seither reiste er mehrmals offiziell nach Palästina und Israel in Begleitung der jeweiligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen.

Ekkehart Drost

 

geb. 1944 in Posen, war Gymnasiallehrer für Politik und Sport. Seit seiner Pensionierung im Frühjahr 2010 besuchte er sechs Mal Israel/Palästina und nahm u.a. an einem einwöchigen Seminar in
der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem teil. Im Herbst 2011 sowie Frühjahr 2013 war er für jeweils
3 Monate als Menschenrechtsbeobachter des Weltkirchenrates in den Besetzten Gebieten tätig.

 

Zwischen 2012 sowie 2014 informierte er zusammen mit anderen Freiwilligen zahlreiche MdB aller Fraktionen über die Situation im Westjordanland. Im September 2013 sprach er zusammen mit einer Delegation aus verschiedenen europäischen Ländern vor Mitgliedern des Europäischen Parlaments und Diplomaten in Brüssel über die zunehmende Siedlungstätigkeit in Palästina sowie über die Verhaftungen von Kindern und Jugendlichen. 2016 berichtete er vor Mitgliedern des Niedersächsischen Landtages über die Situation in Palästina.

 

Er ist Sprecher der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft in der Regionalgruppe Göttingen, Mitglied bei AMCHA Deutschland (Unterstützung von Überlebenden des Holocaust). Im März 2016 nahm er mit 35 internationalen Freiwilligen am „Freedom Ride“ des Freedom Theatres Jenin teil.

 

Über seine Tätigkeit in Palästina hält Ekkehart Drost Vorträge; mit Rudolf Hinz schrieb er 2012
das Buch „In Jayyous wachsen Bäume auch auf Felsen. Friedensdienst in einem palästinensischen Dorf.“ Im Oktober 2013 erschien sein zweites Buch „Hoffen auf das Wunder. Meine Begegnungen
mit Palästinensern, Israelis und Deutschen.“ Zusammen mit Martin Breidert brachte er das Buch „Reuven Moskovitz. Ein Leben für Gerechtigkeit, Liebe und Versöhnung“ heraus.

Oettinger Tageblatt
Deutsche Welle

Dr. Gerhard Fulda

 

geb. 1939 in Hamburg, Botschafter a.D., studierte Jura in Hamburg, Freiburg und Kairo.
Seine Promotion verfasste er über Nassers Sozialreformen in Ägypten. Von 1970 bis 2004 war er
im Auswärtigen Amt tätig, 12 Jahre lang arbeitete er in islamischen Ländern, zuletzt als Botschafter
in Indonesien.

 

Er ist Vizepräsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG) sowie Mitglied im Beirat der
Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft. Zahlreiche Veröffentlichungen sind von ihm erschienen
zu den Themen Politik und Völkerrecht im Nahen Osten.

 

Er war 2011 Verfasser eines offenen Briefes an Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle, mit dem 32 ehemalige Botschafter eine Ja-Stimme Deutschlands bei der Entscheidung der Vereinten Nationen über die Aufnahme eines Staates Palästina forderten.

InfoSperber: Vorschläge für eine ehrliche Politik
Zenith online: Vorsicht, Staatsräson!
The European: Brot für Palästina
Iznik Galerie

Prof. Dr. Ghaleb Natour

 

geb. 1960 in Qalansawa (Israel), Palästinenser, israelischer und deutscher Staatsbürger, lebt seit 1979 in Deutschland. Studierte Physik in Heidelberg, arbeitete 18 Jahre als Wissenschaftler und als Abteilungsleiter in der Philips Forschung in Aachen.

Er ist heute Institutsdirektor im Forschungszentrum Jülich und Universitäts-Professor
an der RWTH Aachen University.

Prof. Natour ist Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung des Friedens in Israel und Palästina e.V.. Seit 2002 hält er Vorträge und Seminare  über die historischen und aktuellen Hintergründe des israelisch-palästinensischen Konflikts sowie über die Situation der palästinensischen Araber in Israel. Er verfasste das Kapitel „The Nakba — Flight and Expulsion of
the Palestinians in 1948” in dem Buch “Catastrophes – Views from Natural and Human Sciences”, herausgegeben von Andreas Hoppe, Springer 2016.

www.israel-palaestina.de
  www.facebook.com/israelpalaestina

Ulrich Nitschke

 

geb. 1965 in Vechta bei Oldenburg, studierte Theologie und Philosophie in Bonn und
Fribourg/Schweiz sowie Politische Wissenschaften, VWL, Soziologie und Entwicklungstheorie
und -praxis in Aachen und Köln. Früh begann er, sich mit der Realität der Apartheit in Südafrika
zu beschäftigen, war 1993 Geschäftsführer im Aachener Weltladen e.V. und wurde im selben Jahr Tutor der Länderkunde Südafrika in der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung,
der heutigen GIZ. 1994 nahm er als Beobachter der ersten nicht-rassischen Wahlen in Südafrika
im Auftrag von Misereor und dem Weltkirchenrat Genf teil.

 

In den 1990er Jahren beschäftigte er sich vorwiegend mit der Umsetzung der Agenda 21 in deutschen Kommunen. Ab 2001 bekleidete er verschiedene Ämter als Geschäfts- und Programmleiter unterschiedlicher Projekte, u.a. des vom Auswärtigen Amt finanzierten Projekts „Zukunft für Palästina“. Fünf Jahre lang war er Programmleiter verschiedener Governace-Programme in den Palästinensischen Gebieten. Seit 2015 leitet er das Sektorvorhaben Werte, Religion und Entwicklung und ist Leiter der neuen internationalen Partnerschaft Religionen und Nachhaltige Entwicklung bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ in Bonn.

 

Ulrich Nitschke engagierte sich bereits in früher Jugend ehrenamtlich und setzte sich
insbesondere für die Beendigung der Apartheid in Südafrika ein.

Welt-Sichten Magazin
  E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit

Prof. Dr. Norman Paech

 

geb. 1938 in Bremerhaven, studierte Geschichte und Jura in Tübingen, München und Paris und war Professor für Politische Wissenschaft und von 1982 bis 2003 für öffentliches Recht an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg. Er gehört verschiedenen Juristen-Vereinigungen an, die sich etwa gegen nukleare Aufrüstung einsetzen, sowie dem Auschwitz Komitee. Nach fast 40 Jahren Parteiangehörigkeit zur SPD trat er aus der Partei aus, war Mitglied des Bundestages von 2005-2009 und  Außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.

Norman Paech befasst sich intensiv mit Israel und Palästina, besonders mit menschen- und völkerrechtlichen Aspekten der Besatzung. Er spricht dazu als Redner und Diskussionspartner und hat 2015 Vorträge zum Thema in verschiedenen Städten gehalten.

www.norman-paech.de

Dr. Albrecht Schröter

 

geb. 1955 in Halle/Saale, studierte nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger Evangelische Theologie an der Martin-Luther-Universität zu Halle-Wittenberg. Nach seinem Abschluss 1980 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Sektion Theologie und als Vikar in der evangelischen Jugendarbeit, bis er 1984 ein Pfarramt in Jena übernahm. 1985 gründete er den „Jenaer Arbeitskreis Judentum“ zur Aufarbeitung der Geschichte der Jenaer Juden und zur Pflege der Erinnerung an die Judenverfolgung. 1990 Eintritt in die SPD; 1996 folgte die Promotion zum Dr. theol. in Halle-Wittenberg. Ab 1997 arbeitete er als Beauftragter des Freistaates Thüringen für Neureligiöse Bewegungen und Sondergemeinschaften und als Fachreferent am Thüringer
Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien in Bad Berka.
Von 2000 bis 2006 war Schröter Dezernent für Soziales und Kultur der Stadt Jena.
Seit dem 1. Juli 2006 ist er Oberbürgermeister der Stadt Jena.

Dr. Schröter erhielt 2011 den Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus
und Rassismus in Berlin und errang 2015 Platz 6 auf der Liste der weltweit für ihre Leistungen gewürdigten Bürgermeister. Er setzt sich gleichermaßen für die Interessen seiner israelischen
und palästinensischen Partnerstädte ein.

Stadt Jena: Oberbürgermeister

Nirit Sommerfeld

 

geb. 1961 in Eilat (Israel), Schauspielerin, Sängerin und Autorin, wuchs seit ihrem 9. Lebensjahr
in Deutschland auf und ging 2007 zurück nach Israel. Trotz aller Vorkenntnisse überraschte und schockierte sie die politische und menschliche Realität ihrer Heimat. Seither arbeitet sie künstlerisch und politisch daran, ein Bewusstsein über die Besatzung zu schaffen und gleiche Rechte für Palästinenser und Israelis zu fordern. Mit ihrer Band schuf sie Bühnenprogramme, in denen sie Brücken schlägt zwischen Kulturen und Religionen, Israelis und Palästinensern, Juden und Deutschen. 2011 erhielt sie von der Fraktion der Grünen in Oberbayern einen Kulturpreis für ihr "außergewöhnliches Engagement für Völkerverständigung und Aussöhnung zwischen Israel und Palästina". Seit 2010 organisiert und begleitet sie politische Reisen nach Israel und in
die Besetzten Palästinensischen Gebiete.

Trailer zur musikalischen Polit-Revue REALITY CHECK
www.niritsommerfeld.com

Prof. Dr. Udo Steinbach

 

geb. 1943 in Pethau/Zittau, aufgewachsen in Cunewalde bei Bautzen und in Düsseldorf; nach dem Wehrdienst Studium der Islamkunde und der Klassischen Philologie an den Universitäten Freiburg i.Br. und Basel, 1970 Promotion in Freiburg. Von 1971 bis 1974 war Dr. Steinbach Leiter des Nahostreferats bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, dann Leiter der türkischen Redaktion der Deutschen Welle. Von 1976 bis 2006 war er Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg, danach Direktor des GIGA-Instituts für Nahoststudien.

Von 2007 bis 2010 lehrte er am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien an der Philipps-Universität Marburg und war von 2012 - 2014 Leiter des Governance Center Middle East/North Africa an der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance in Berlin, wo er heute noch tätig ist.

Prof. Steinbach ist als Nahost-Experte ein gefragter Kommentator, Analyst und
Gesprächspartner in zahlreichen Medien.

www.governance-platform.org
  www.udosteinbach.de

beirat

Wir trauern um
    Dr. Rupert Neudeck

 

der am 31. Mai 2016 verstorben ist.
In seinem Wohnzimmer traf sich der Kern unserer Gruppe im November 2015 zum ersten Mal.
Unser Ziel war und ist, dass in Deutschland auch im Verhältnis zu Israel/Palästina gelten möge:
Menschenrechte sind unteilbar.

Er war u.a. Gründer des Komitee Cap Anamur. Damit  konnten 1979 Tausende
vietnamesische Flüchtlinge im Chinesischen Meer gerettet werden.

Rupert Neudeck war Mitbegründer und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e.V.,
in dessen Rahmen er bis zu seinem Tode weltweit aktiv war.

Seit 2002 bereiste Neudeck Israel und Palästina und engagierte sich gegen die israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete und gegen die Mauer.  Hierzu veröffentlichte er im Jahr 2005 das Buch „Ich will nicht mehr schweigen - Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina“ sowie im Jahr 2011 das Buch „Das unheilige Land - der Konflikt im Nahen Osten - warum der Friede verhindert wird“.

Rupert Neudeck hat uns inspiriert und uns Türen geöffnet.
Durch unsere Weiterarbeit werden wir sein Andenken in Ehren halten.

Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik

 

bekleidete seit den 1970er Jahren zunächst in der Politik und später auch in der Wirtschaft wichtige leitende und beratende Positionen. Über viele Jahre gehörte er zum engsten Beraterkreis Helmut Kohls und war maßgeblich an den Verhandlungen zur Deutschen Wiedervereinigung beteiligt.

Von 2002 bis 2011 war Horst Teltschik Präsident der Deutsch-Israelischen Wirtschaftsvereinigung. In dieser Funktion führten ihn viele Reisen nach Israel, wo
er enge Beziehungen aufbaute und gleichzeitig die Problematik u.a. der Siedlungspolitik
und der Besatzung deutlich erkennen konnte.

Judith Bernstein

 

geb. 1945 in Jerusalem als Tochter deutscher Eltern, die 1935 nach Palästina emigrieren mussten. In den 1960er Jahren war sie Stipendiatin der Stadt München, dann Rückkehr nach Tel Aviv. Heute wohnt sie in München und hat zwei erwachsene Töchter in Köln und Tel Aviv. Ihre nahostpolitische Friedensarbeit begann sie nach dem zweiten Golfkrieg 1991. Seither ist sie Mitglied und jüdische Sprecherin der "Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München" (gegr. 1985). Dort organisiert sie u.a. öffentliche Veranstaltungen mit Israelis und Palästinensern aus der Friedensszene. Regelmäßig besucht sie Israel und Palästina und führt dort politische Gespräche.
Sie begleitet die Frauenorganisation „MachsomWatch“ an den Checkpoints.

Zusammen mit ihrem Mann, dem Historiker und Politologen Dr. Reiner Bernstein, ist sie Gesprächspartnerin zu Israel/Palästina in Berlin und bei öffentlichen Vorträgen und Diskussionen. Judith Bernstein ist freie Publizistin mit Beiträgen in deutschen Zeitungen (SZ) sowie in
Rundfunk- und Fernsehinterviews.

www.jrbernstein.de
Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe

Prof. Dr. Dr. h.c. Alfred Grosser

 

Alfred Grosser, geb. 1925 in Frankfurt am Main, Politikwissenschaftler, Publizist und Soziologe, musste mit seiner jüdischen Familie 1933 Deutschland verlassen, überlebte die Judenvernichtung in Frankreich und blieb dort. Er lehrte an verschiedenen Hochschulen, war Studien- und Forschungsdirektor an der Nationalstiftung für Politische Wissenschaften in Paris und einer der Wegbereiter des Élysée-Vertrags, mit dem Adenauer und de Gaulle 1963 die deutsch-französische Freundschaft besiegelten. Seit der Nachkriegszeit setzte er sich für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich ein und arbeitet bis heute durch Vortragsreisen in beiden Ländern
am Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen der ehemaligen Erzfeinde.

Als erklärter Freund Israels kritisiert Alfred Grosser seit langem die israelische Besatzungspolitik sowie die deutsche und ebenso die europäische Befangenheit, Israels Politik zu kritisieren. Er setzt sich leidenschaftlich für eine gerechte Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein und kritisiert daher vehement die deutsche, französische und europäische Nahostpolitik.

Buch: Von Auschwitz nach Jerusalem | Rowohlt Verlag
Rede zum Gedenken an die Pogromnacht am 9. November 1938 in der Paulskirche 2010

satzung

Hier können Sie die vorläufige Fassung der Satzung als PDF-Dokument herunterladen (geringfügige Änderungen nach Eintragung ins Vereinsregister vorbehalten):

 

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